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14. Januar 2013

Die Zukunft der Bayer’schen Blogs

Abgelegt unter: Überblick — heinz.bayer @ 23:57

Die Halbjahresinformationen rücken näher. Wenn man als Gymnasiast seine Noten betrachtet und wurde einst von seinem/r Grundschullehrer/in, die einen vier Jahre lang im schulischen Lernmodus erlebt hat, ans Gymnasium “empfohlen” , dann gilt in den allerallermeisten Fällen eine ganz einfache Schlussfolgerung: Sind die Noten gut, war in den letzten Jahren die Arbeitshaltung gut. Sind die Noten schlecht, muss man dringend und möglichst umgehend an seiner Arbeitshaltung arbeiten. Und zwar möglichst früh. Wer erst in der 10. Klasse den Schalter umlegen kann, muss sich im Normalfall einfach mit mittelmäßigen Noten zufrieden geben. Klar kann man sagen, dass die Lehrer schuld waren, weil sie es nicht geschafft haben, eine gute Arbeitshaltung aus einem herauszukitzeln. Nur hilft das nichts. Gemein an der Sache ist, dass man sich als junger Mensch, meist männlich, der sich jahrelang immer gerade so mit seiner natürlichen Cleverness entspannt durch den Schulalltag gelebt hat, ohne sich groß bemüht zu haben, der aber trotzdem immer gerne von Schulstress gesprochen hat, am Ende vor dem Abi oftmals an sich zweifelt. Weil kurzfristiges Reinklotzen bei gleichzeitigem Gefühl von riesigem Einsatz nach Jahren der Entspannung nie zu den Noten führen, die man sich im Kopf bei einem solchem “Wahnsinn an Lernleistung” vorstellt. Da kann man nur sagen: “Trau dir bitte trotzdem ganz viel zu. Du hast den Joker noch nicht aus dem Ärmel geholt. Realisiere, dass du in den letzten Jahren zuviel Trainingseinheiten verpasst hast und jetzt kurzfristig auf mittelmäßiges Abi setzen musst. Aber hör auf, an dir selbst zu zweifeln!”
Na ja. Wer kurz vor dem Abitur steht, es also bis dahin geschafft hat und als Luxusproblem eben nicht so gute Noten sein eigen nennt, wie er das gerne gehabt hätte, der muss da jetzt einfach durch und muss sich dann eben nach dem Abi beweisen, was er eigentlich drauf hat, wenn er wirklich mal reinklotzt. Leider leidet bei manchen Jungs (ja klar, auch bei Mädchen - aber definitiv weniger mit dieser Spezialproblematik) am Ende der Gymnasialzeit das Selbstbewusstsein unter der Entwicklung. Und manche leiden damit selbst. Der Trost: Leiden ist ein Zustand, der immer auch Persönlichkeits-Entwicklung nach sich zieht. Weil man Leiden immer auch verarbeiten muss. Also bitte: keine zu große Angst vor den manchmal qualvollen Momenten des Zweifelns. Sie gehen vorbei und stellen sich später sogar oft als extrem wichtig heraus.
Zurück zu den jüngeren Schüler/innen: Seit Jahren bieten wir am Faust-Gymnasium für junge Menschen mit schlechten Noten eine Spezialbetreuung an. Zum eigenständigen Schalter umlegen. Sie hatte schon viele Namen. Power-Learning, Wollen wollen, Vom Standstreifen auf die Überholspur, Break&Go, Raus aus der Falle und 2013: Gipfeltour. In diesem Jahr gibt es zusätzlich speziell für notenproblematische Schüler/innen der fünften Klassen acht Turbowochen, um danach Schüler/innen und Eltern gut beraten zu können, ob es wie gehabt die Arbeitshaltung ist, die klemmt oder ob die Grundschullehrer/innen einfach doch richtig empfohlen hatten. Denn neu in diesem Schuljahr ist ja, dass Grundschulempfehlungen nicht mehr bindend sind. So sitzen jetzt natürlich auch Kinder in der fünften Klasse, die mit einer Haupt-, Werkreal- oder Realschulempfehlung angetreten sind. Frei nach dem Motto: “Abi kann doch jeder, wenn es die Eltern nur fest genug wünschen.”:-) Spaß beiseite. Es stimmt schon: Wer eine gute Realschulempfehlung hat und dann eine exzellente Arbeitshaltung draufpacken kann, der macht sicher auch am Gymnasium seinen Weg, ohne dass dabei die eigene Persönlichkeit auf der Strecke bleibt. Mit einer exzellenten Arbeitshaltung ist das aber in der Praxis so eine Sache. Da inzwischen mehr als 50% aller Abiturient/innen ihre Hochschulreife nicht am Gymnasium erwerben, sondern über die vielen anderen Schullaufbahnmöglichkeiten, die es neben dem allgemeinbildenden Gymnasium gibt, ist das Umsteigen in eine andere Bildungslandschaft nie ein Abstieg. Meist für die eigene Persönlichkeit sogar eher ein Aufstieg. Leider verstehen das viele Eltern noch nicht. Also: Beratungsbedarf. Uppps sorry, ich blogge irgendwie länger und verschachtelter als vor meiner Schreibpause. Werde mich bessern. Versprochen.
Betreuungsunterschiede
Berufswunsch erreicht,
Wenn man heute an der Schule junge Menschen gut beraten will, was sie tun müssen, um mit 30 oder 40 Jahren zufrieden im gewünschten Beruf zu stehen, dann muss man zwischen männlich und weiblich unterscheiden. Das Hauptproblem der Jungs ist die Nachlässigkeit und der zu geringe Einsatz. Ohne dass sie realisieren, was sie sich damit antun. Mädchen und Schule, das passt heutzutage ganz gut zusammen. Ihr Problem zum zufriedenen “im Beruf stehen” taucht erst auf, wenn sie Mütter geworden sind. Die Beobachtung bei ehemaligen Faust-Schülerinnen zeigt mir: Die schulaktiven Schülerinnen scheinen im Schnitt sehr gut mit dieser schwierigen Lebensphase umzugehen. Sich über den Unterricht hinaus schon als junger Mensch einzusetzen, sich zu engagieren, bei selbstständigen Projekten mitzumischen, das scheint tatsächlich eine gute Vorbereitung auf spätere Zeiten zu sein. Das Faust bietet hierfür natürlich auch beste Bedingungen.
Auf www.vorne-auf-der-welle.de arbeite ich deshalb in Folge speziell für Schüler/innen unser Konzept Schülerschule auf, mit dem wir als Schule offizielles dezentrales EXPO2000 Projekt waren. Beratung für Mittel- und Oberstufe. Auf www.maennerrevolte.de versuche ich in Folge wie gehabt, das Problem Arbeitshaltung aufzuarbeiten. Hauptsächlich für Jungs, weil das Problem einfach jungslastig ist.
Natürlich sind beide Blogs auch für das jeweils andere Geschlecht. Klar: “Männerrevolte” auch für versetzungsgefährdete Mädels und “Vorne auf der Welle” für schulaktive Jungs.
Schulwechsel
Schulwechsel
Leider sehen es viel zu viele ganz anders. Ein Wechsel auf die Realschule oder Werkrealsschule empfinden zu viele als Abstieg. Dabei ist es, wenn es die richtige Entscheidung ist, garantiert ein Aufstieg, wenn man es am späteren Ziel misst.
Ich hoffe, Sie verstehen noch meine Visualisierungen. Ich höre jetzt einfach auf.

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