Hattie für die PUB - AIR - TÊTE

31. Juli 2010

Flügelsommer - Vorwort

Abgelegt unter: Sommerschule — heinz.bayer @ 20:58

Flügelsommer
1. August bis 15. September
Die mentale Sommerschule der besonderen Art.
Von Heinz Eugen B.

Liebe Leserinnen und Leser
Sie haben sich sicher aus ganz unterschiedlichen Gründen hier her verirrt. Da gibt es die einen, die einfach mal sehen wollen, was der Bayer jetzt auch noch in den Sommerferien schulisch macht, obwohl er sich doch eigentlich an der Nordsee entspannen wollte. Keine Sorge, tu ich auch. Mit anstrengender Schule hat das auch nicht mehr viel zu tun. Eher mit Erholung. Denn wenn ich schreibe, entspanne ich tatsächlich ungemein. Die einen malen Bilder, die anderen fahren mit dem Rennrad auf Berge, die zweiten fahren mit dem Campingbus von Campingplatz zu Campingplatz, die dritten mähen Rasen und züchten Rosen, die vierten legen die Füße hoch und lesen Bücher, die nächsten fliegen nach New York und besuchen Museen und und und … und Heinz Eugen B fährt Fahrrad am Deich, lässt sich die Nordseeluft um die Ohren wehen und schreibt und zeichnet. Zur Entspannung. Zum Beispiel Kinderbücher, aber in diesem Jahr auch für eine Sommerschule der besonderen Art. Ich bin selbst gespannt, wer sie nutzen wird. Denn es gibt neben denen, die hier einfach mal sehen wollten, was der Bayer jetzt auch noch … wir hatten das schon … auch noch die, die sich vorgenommen haben, im nächsten Schuljahr in der Schule besser zu werden. Sie haben von der Sommerschule gehört und dass sie im Gegensatz zu den üblichen Sommerschulen bei geringem Zeitaufwand eine hohe Ausbeute verspricht. Seziell für diese Besucher: Willkommen. Der erste Schritt ist gemacht. Allerdings ist die Bedingung klar: Man muss sich lange Zeit täglich hier einfinden. Es nutzt nicht viel, wenn man kurz vor dem Schulanfang schnell mal alles liest, was der Bayer in sechst Wochen geschrieben und gezeichnet hat. Denn es geht um Prozesse im Kopf, die Zeit brauchen. Und genügend Abstand von der Schule. Schüler/innen, die sich von sich aus ernsthaft hier regelmäßig einfinden, die haben eigentlich schon gewonnen. In der Schule gut sein ist in erster Linie eine Einstellungssache. Nur begreifen das viel zu wenige Schüler. Wer es begreift, hat die Schule schon in trockenen Tüchern.
Dann haben sich wahrscheinlich auch viele Eltern hier her verirrt, die gerne hätten, dass ihre Söhne oder Töchter – meist ihre Söhne – im neuen Schuljahr nicht so viel Sorgen in die Familie tragen, indem sie zu oft diese schlechten Noten mit heimbringen, die das Familienklima so ungeheuer aufwühlen können. Ihnen sei gesagt: Sie können sicher mit dem Flügelsommer etwas bewirken, wenn Sie es mit Fingerspitzengefühl schaffen, dass Ihr Sohn oder Ihre Tochter selbst findet, dass er oder sie sich positiv und unvoreingenommen darauf einlassen könnte, ernsthaft und kontinuierlich darüber nachzudenken, was ich hier so von mir gebe. Zum Beispiel könnten Sie meine Schüler meine oft viel zu langen Texte wie diesen hier gemeinsam lesen und darüber diskutieren. Aber bitte immer nur kurz diskutieren. Und ohne erhobenen Zeigefinger. Der muss einfach unten bleiben, wenn der Flügelsommer richtig wirken soll. Der Hauptprozess der mentalen Sommerschule findet ganz automatisch nebenbei im Kopf statt, während die Ferien im Schwimmbad federleicht vor sich hinplätschern.
Es ist ja eigentlich ganz einfach. :-) Alle versetzungsgefährdeten Schüle/innen, die es nach unserem Turboprojekt am Schuljahresende geschafft hatten, im darauffolgenden Schuljahr ohne Übergang richtig gute Schüler/innen zu werden, die haben inhaltlich zu der Frage, wie das denn gehen kann, von richtig schlecht auf richtig gut umzuschalten, ähnlich geantwortet wie eine Neuntklässlerin vor zwei Jahren. „Wissen Sie, ich passe jetzt einfach im Unterricht auf – und“ dabei lachte sie ganz befreit „es macht riesig Spaß!“
Das ist das Ziel der mentalen Sommerschule. Im neuen Schuljahr unter veränderten persönlichen Einstellungen in die Schule zu kommen, um dort professionell zu arbeiten. Im Unterricht aufzupassen. Und Spaß daran zu haben. Für seine eigene Zukunft und nicht mehr nur auf die Lehrer zu starren, sondern sein Leben in die eigene Hand zu nehmen. Den Schalter umzulegen, wie schon so viele nach Durchlaufen unseres Turboprojekts am Ende des Schuljahres. Dass es geht wissen wir. Wenn man es will. Wie man dahin kommt, erzählt der Blog. Also dranbleiben. Außer die Noten sind sowieso schon richtig gut. Dann stimmt auch sicher bereits die Grundeinstellung zur Schule.
p.s. Ich werde nur am Anfang so viel schreiben. Keine Sorge.

24. Juli 2010

Sommerschule in Sicht

Abgelegt unter: Sommerschule — heinz.bayer @ 20:13

ruckseite
Ich darf sie schon einmal ankündigen. die Sommerschule am Faust.
Lieber zukünftiger Staatsanwalt, liebe zukünftige Chirurgin. Lieber zukünftiger …. Sie wissen schon. Sie sind mit ihren Schulnoten nicht zufrieden? Sie wollen im nächsten Jahr besser werden? Ich mache Ihnen einen Vorschlag. Besuchen Sie ab dem 1. August einfach täglich die mentale Sommeschule. Oder klinken Sie sich später ein, wenn Sie fünf Minunte Zeit mitbringen können.
Stellen sie sich einmal vor, sie kämen aus den Ferien zurück und Sie würden plötzlich zu den guten Schülern gehören. Furchtbar? Dann lassen Sie es mit der Flügelverleih-Sommerschule. Sonst werden Sie gut und wollen es gar nicht. Aber falls Sie es wollen, hier mein Vorschlag: Jeden Tag fünf Minuten Blog lesen. Im Laufe des Tage so ganz nebenbei eine Viertelstunde drüber nachdenken. Und nach sechs Wochen kennen Sie Ihre Einstellung zur Schule kaum mehr wieder. Wäre das was?
Die obere Zeichung zeigt den Weg. Während Ihre Mitschüler in sieben Wochen viel vergessen, finden Sie eine Möglichkeit, ohne viel Aufwand nachhaltiger zu speichern und am Ende besser dazustehen wie so manch anderer, der vor den Ferien besser war als Sie. Ich komme in der Sommerschule ab 1. August noch einmal auf dieses Bild zurück. Wenn das etwas für Sie ist, bleiben Sie einfach am Ball.

18. Juli 2010

7. Flügelwoche und Abflug

Abgelegt unter: Versetzungsgefährdet? — heinz.bayer @ 21:45

Flügelwoche die Letzte. Für so manchen hat sich das Gasgeben gelohnt, denn die Zahlen der Nichtversetzten haben sich im Vergleich zum letzten Schuljahr noch einmal fast halbiert. Wir liegen nach ersten Erkenntnissen in diesem Jahr bei unter einem Prozent, die es nicht geschafft haben. Bevor wir unsere mentalen Unterstützungskonzepte gefahren haben, lagen wir zwischen 2 und 2,5%.
Wohlgemerkt: Für Sie als versetzungsgefährdeter späterer Staatsanwalt, der es aus eigenem Antrieb geschafft hat, jetzt doch versetzt zu werden, heißt es dann, den Schalter umgelegt zu halten. Damit Sie dieses gesparte Jahr nicht mehr hergeben. Dass es funktioniert, zeigt unser Konzept. Denn wir haben ja ausschließlich nur mit Ihnen selbst „gearbeitet“. Ihre Lehrer wussten nichts davon. Wir haben nur in ein, zwei Fällen mit Lehrern gesprochen. Aber nicht, um auf die Noten Einfluss zu nehmen, sondern nur, um die Aufmerksamkeit der Kollegen auf ein paar Einstellungsveränderungen zu lenken. Nur Sie selbst sind also dafür verantwortlich, dass Sie jetzt versetzt wurden. Dieses Gefühl gilt es zu fixieren. Zu verstärken. Die Noten sind nicht das Maß. Wenn Sie wirklich wollten, könnten Sie im nächsten Jahr statt mit Vierern mit Zweiern im Zeugnis herumlaufen. Wir erleben das in unserem Mentalprojekt immer wieder. Wie ein Motor, der plötzlich anspringt. Das ist Lebensgefühl pur. Die Freiheit des Denkens. Sich von den Fesseln der „Streber, Streber“ Rufer zu lösen und gut sein zu dürfen. Dafür klar etwas zu tun. Logisch. Aber „etwas tun“ ist nicht Unanständiges und auch nichts Krankhaftes. Wer seine Freunde mit ins Boot holt, der kann es sogar unter cool verbuchen. Cool, gut zu sein, das ist es. Wenn Sie es schaffen, Ihrem Kopf zu vermitteln, dass dieses „etwas tun“ Ihnen selbst richtig viel bringt und Ihre Lehrer und die Schule nur eine kurze aber wichtige Begleiterscheinung in Ihrem Leben sind, dann haben Sie für sich gewonnen.
Wenn Sie erkennen können, dass Sie diesem System Schule riesig viel Kompetenz für sich selbst abzapfen können und dass dieses Abzapfen eben anstrengend ist, dann verstehen Sie Schule. Die Natur hat unser Empfinden leider nicht darauf angelegt, dass dieses Abzapfen immer lustvoll und selbstständig ablaufen kann. Speziell nicht in der Gehirnumwandlungsphase vom Kinder- zum Erwachsenenhirn. Pubertät genannt. Dummerweise liegt die Pubertät nicht im Rentenalter. Sonst müsste ich diesen Blog nicht schreiben. Sie brauchen die Schule mit ihren hohen Anforderungen. Der Druck des Schulrahmens ist in erster Linie eine Hilfestellung für einen biologisch nicht natürlichen Prozess. Ich versuche es einmal mit einer Visualisierung. Ich hoffe, man versteht sie.

zapfanlagen

In der gymnasialen Mittelstufenzeit stellen leider so manche Hirne auf geringes Zulassen von Input. Daran gilt es zu arbeiten. Wer das Spiel versteht, kann es für sich nutzen. Wer es noch nicht versteht, muss einfach abwarten.

Zum Beispiel drei Sprachen zu lernen ist ja nur deshalb eine biologisch unnatürliche Anforderung an ein modernes Hochleistungshirn, weil dieses Hirn später seinem Träger ermöglichen soll, sich in einer globalisierten Welt als Global Player entspannt zu bewegen. Das ist natürlich vom Feinsten. Da schüttet unser Gehirn plötzlich wieder massiv Glückshormone aus. Wenn man zum Beispiel beim Austausch in Shanghai realisiert, welch großartiger Global Player man schon ist, obwohl man doch nur eine gute Vier in Englisch eingefahren hat.
Bleiben Sie am Ball. Es lohnt sich. Ihr lebenslanges Lebensgefühl wird es Ihnen danken. Wenn Sie wollen, klinken Sie sich in die Sommerschule ein, die hier in den Ferien stattfinden wird. Und genießen Sie dabei gleichzeitig die Ferien doppelt so intensiv. Denn Hirnentwicklung und Ferien sind überhaupt kein Widerspruch.

9. Juli 2010

6. Flügelwoche oder Den Schalter umlegen

Abgelegt unter: Versetzungsgefährdet? — heinz.bayer @ 22:14

schalter
Ok. Sie müssten jetzt eigentlich Land sehen, wenn Sie in den letzten Wochen tatsächlich den Schalter umgelegt haben. Bei 90% ist es der verflixte Schalter. Bei 10 % Überforderung. Bei 90% also einfach der Schalter. Der irgendwie klemmt. Diesen Schalter, den man einfach nicht findet. Aber der sehr effektiv arbeiten lässt, wenn man ihn findet und umlegt. Diesen berühmten Schalter.
Bleiben Sie noch eine Woche dran. Nicht nachlassen. Bitte!!!!!!! Es sind oft die letzten Eindrücke, die beim Notengeben den Ausschlag geben. Zeugniskonferenz ist erst in einer Woche. Erst danach ist Entspannung angesagt. Ich weiß von was ich rede. Ich habe gerade acht Stunden Korrigieren und Noten machen hinter mir. Wenn Sie wüssten, wie schwierig das ist. Menschen benoten. Ein prinzipiell unmenschlicher Akt. Erleichterung danach wie in jedem Jahr. Aber auch immer die Gewissheit, dass es Noten sind und keine absoluten Wahrheiten über das Wissen und Können meiner Schüler. Gäbe es nur ein Mittel, das diese Fixierung auf Noten wegnehmen könnte, wie würde Schule doch einfach. Wenn Noten zwischen eins und drei bunte OK-Noten wären. Zum Beispiel grüne OK Noten, blaue OK Noten und gelbe OK Noten. Und klar wäre es schön, wenn man grüne OK Noten hätte, aber keiner würde sich darüber aufregen, wenn er auf grün-blau stehen würde und am Ende eben die blau-OK Note bekäme, weil man nur einfarbige Noten geben dürfte. Und weil man bei einem Stand von grün-blau würfeln würde und keinen würde das stören. Verstehen Sie, was ich meine. Diese aktuellen Noten sagen nichts über Ihre Fähigkeiten aus, die Sie in den nächsten Jahren entwickeln können. Sie sind nur ein aktueller Zwischenstand. Wenn Sie jetzt in den letzten Wochen aus einer Fünf eine Vier gemacht haben, dann ist das wunderbar. Von einigen von Ihnen habe ich das per Mail erfahren. Frohe Botschaften. Ich liebe diese Mails. „Habe in Mathe eine 4+ geschrieben. Und im nächsten Schuljahr könnte da auch einfach eine Zwei stehen. Wenn Sie den Schalter in der neuen Stellung halten können. Eine kleine Geschichte von vorgestern. Ich stehe am Kopierer. Ein junger Mann, 8.Klasse, fragt, ob ich ihm etwas für sein Referat kopieren könne. Ich denke noch: Der sieht irgendwie verändert aus. So entspannt und positiv. Weiß im Moment auch gar nicht, woher ich ihn kenne. Ich sage: “Ich drück dir die Daumen. Du machst das schon mit dem Referat.“ Er grinst. Ja, das glaube er auch, meint er. Pause. Er hätte doch im letzten Jahr dieses Projekt mitgemacht, meint er. Vom Standstreifen auf die Überholspur. Er meint unser Turboprojekt für Versetzungsgefährdete. Das, das Sie jetzt im Moment hoffentlich erfolgreich zu Ende bringen. Der junge Mann, der irgendwie verändert erscheint, holt tief Luft. Kurze Pause. „Ich bekomme jetzt einen Einserschnitt.“ Der junge Mann platzt beinah vor Stolz. Ich strahle ihn an. Ich platze auch beinah vor Stolz. Ich liebe doch solche Geschichten. Weil sie immer wieder funktionieren. Wenn man den Schalter findet und zu den 90% gehört. Ich gestehe, ich habe mir gleich das Jahrbuch geschnappt, den Namen herausgesucht und die zugehörigen Halbjahresnoten angeschaut. Und genossen, dass da einer vom Standstreifen der Versetzungsgefährdung auf den Überholstreifen gewechselt ist.

2. Juli 2010

5. Flügelwoche

Abgelegt unter: Versetzungsgefährdet? — heinz.bayer @ 14:48

Baggerführer oder Bergbauer

Lieber versetzungsgefährdeter zukünftiger Staatsanwalt, Richter oder auch Lehrer, Chirurg, Weltraumpionier oder auch Firmengründer… na ja, Sie wissen schon, wie ich das meine.
Dieses Kapitel geht jetzt nur an die männliche Seite. Frauen können abschalten. Denn der “Angriff der Bagger” richtet sich fast ausschließlich gegen uns Männer in jungen Jahren. Wir, die eigentlich die Beherrscher der Technik sind, werden nun schon seit Jahren mit unseren eigenen Waffen angegriffen. Da ist eine riesige Intrige im Gange. Seit Wissenschaftler herausgefunden haben, dass Action Piff Paff Bumm Bumm Computerspiele die Gehirnfestplatten immer wieder gründlich putzen, obwohl man sich zum Beispiel vorher unendlich abgemüht hat, Vokabeln, Matheformeln und Geschichtsdaten zu merken, während „Gute Zeiten schlechte Zeiten“- Gucken fast so wenig ausmacht wie spazieren gehen, sitzen wahrscheinlich immer mehr Frauen in den Hinterzimmern der Computerspiel -Entwicklerfirmen, um ihren ungeheuerlichen Angriff auf die männliche Jugend dieses Planeten zu intensivieren. Späte Rache für Jahrhunderte lange Unterdrückung. Lassen Sie sich das nicht gefallen. Sie können doch nichts für ihre Vorfahren. Tappen Sie nicht in diese ungeheuerliche Lebensfalle, nur weil sie so gerne Bagger fahren. Wehren sie sich. Schalten Sie Ihren Computer einfach immer öfter aus und zeigen sie den unsichtbaren Angreifern die lange Nase. Die Männerrevolte findet in Ihrem Kopf statt. Lassen Sie sich bloß nicht einreden, Männer wären eben doofer als Frauen, deshalb würden immer weniger Männer das Abitur schaffen. Das wäre halt so. Da könne man nichts machen. Erkennen Sie die heimtückische Strategie. Revoltierenden sie dagegen. Klicken Sie auf „Herunterfahren“ und treiben sie Sport. Das bringt sie auf ihr persönliches Level 17.
baggerfuhrer
Zumindest von zwei unserer Kunden wissen wir, dass sie dieses Bild über ihren Schreibtisch hängen sollten. Denn Ohne Witz. Alle Untersuchungen zeigen, dass speziell Ballerspiele, die man lange spielt, dem Hirn die Möglichkeit entzieht, gelernte Inhalte Dinge langfristig abzuspeichern. Sie sollten sich diesen Wahnsinn nicht antun. Den Beruf des CyberSpace Piloten, der nur den konzentrierten Mausklick beherrschen muss, gibt es leider noch nicht.

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